Rosen, ihr blendenden,
Balsam versendenden !
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweigleinbeflügelte,
Knospenentsiegelte,
Eilet zu blühen !
Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)
Hagebutten kennt jeder – aber kaum einer weiß, dass allein in Deutschland mehr als 30 verschiedene wildwachsende Rosenarten existieren, und dabei sind die vielen Gartenrosen und verwilderten Kulturrassen noch gar nicht mitgerechnet. Allein in Mainz und Rheinhessen wurden über 18 Wildrosenarten beschrieben. Die Blütenfarben reichen von weiß – z.B. Kriechende Rose (Rosa arvensis) und Pimpinell-Rose (Rosa pimpinellifolia) – über rosa – Stumpfblättrige Rose (Rosa tomentella), Hundsrose (Rosa canina) und Weinrose (Rosa rubiginosa) jeweils mit verschiedenen Spielarten, Heckenrose (Rosa corymbifera) – bis hin zu rot, wie z.B. bei der Lederblättrige Rose (Rosa caesia), der Apfelrose (Rosa villosa) und der Sherards Rose (Rosa sherardii). Auch in der näheren Umgebung von Nackenheim wurden mehrere Arten beschrieben. So findet man an einem Hang mehrere hundert Meter südlich von Nackenheim die Falsche Heckenrose (Rosa subcollina), die Pimpinell-Rose (Rosa pimpinellifolia), die Weinrose (Rosa rubiginosa) und die Stumpfblättrige Rose (Rosa tomentella) (s.Abb.1-4).
Falsche Heckenrose
Bibernell-Rose
Weinrose
Stumpfblättrige Rose
Auch die Früchte weisen eine große Farb- und Formenvielfalt auf. So findet man Früchte in allen möglichen Farbabstufungen von Orange über Rot bis hin zu Dunkelbraun und Schwarz. Die Formen reichen von rund über birnenförmig bis oval, wobei die Oberfläche auch mit Stacheln besetzt sein kann.
Die wahrscheinlich häufigste Wildrose ist die Hunds- oder auch Heckenrose (Rosa canina). Im Mai / Juni erfreut sie mit Blüten, deren Farbe von Weiß über Hellrosa bis hin zu schwach Rötlich reicht. Die orange bis rotfarbenen Hagebutten werden im September und Oktober reif und sind, wie bei allen Wildrosen, essbar. Jeder von uns kennt Hagebuttenmarmelade, man kann die Früchte jedoch auch zu Likör und Heiltee verarbeiten. Auch die Tierwelt hat diese Nahrungsquelle für sich entdeckt. Über 100 Insektenarten nutzen Hunds- aber auch alle anderen Wildrosenarten, darunter 31 Kleinschmetterlinge und 10 Bockkäfer. Die Blüten bieten Pollen für diverse Wildbienenarten sowie Hummeln, Honigbienen, Bockkäfer und Rosenkäfer, und die Früchte versorgen 19 Säugetierarten und 27 Vogelarten mit Herbst- und Winterfutter.
Etwas zum Ausprobieren:
Hagebuttenmarmelade
500g Hagebutten ohne Samen
2 Zitronen
100 ml Wasser
350 g Honig
Die Hagebutten waschen, halbieren und die Kerne entfernen ( Handschuhe verwenden ). Die Zitronen auspressen und mit den Hagebutten und dem Wasser so lange köcheln lassen, bis die Hagebutten weich sind. Den Honig unterrühren und 15 Min. lang durchrühren. In Gläser füllen, die Luft entweichen lassen und nach einer Stunde verschließen.
Bettina Sanders FÖJ VLN & BG NATUR
